Gedicht

Kimmt mir dieletzt e alter Freind
mol über’n Wag geloffen.
Mir hatten uns war waß wie lang,
schu ewig net getroffen.

Bal hätt iech ne net mehr erkannt:
Hatt graae Haar un Falten.
Iech dacht fer mir: Aah du gehärscht
nu sachte ze de Alten ...

Doch nagesat hob iech’s ne net,
iech tat aah net derschrocken.
Statt dessen sat iech: “Ja, du bist’s!
Mensch, bie iech von de Socken!

Du siehst noch aus, su, wie de siehst!
Wie machst du dos, mei Lieber?
Noch frisch un gung, wie dozemol -
do fra iech miech fei drüber!”

“Aah du”, su hot ar drauf gesat, “
aah du kast werklich lachen:
Dir scheine zah Gahr, ei, iech sah’s
aah gruß nischt auszemachen!”

Su hobn mir uns zamm agelugn.
Jeds dacht sich: “Du beneidst’n,
do machst de ne wing Frad dermiet,
un dos is an gescheitsten!”